Gepostet am 28. Juli 2026 [ Permalink ]
Wildnis, Rosengarten und Hummeln
Natur begeistert und inspiriert mich in all ihren Facetten

Echte Wildnis kenne ich nur aus Büchern. Vielleicht noch von der Nordsee in Dänemark. Hier, wo ich lebe, gibt es sie nicht mehr oder nur noch im ganz Kleinen, wenn man sehr genau hinschaut. Ich würde sie gern einmal erleben. Weite, Ursprünglichkeit, Vielfalt.
Noch wichtiger als sie zu besuchen, zu sehen, zu erleben, ist mir allerdings, dass es sie überhaupt gibt. Nicht für mich. Nicht für Menschen. Sondern für die Tiere, Pflanzen, Pilze, die sie brauchen. Es geht nicht nur um uns.
Natur ist mir wichtig, ich fühle mich ihr verbunden. Sie begeistert mich in allen Facetten, einfach alles interessiert mich. Ich tauche gern tief ein und lerne Neues. Ob Wildnis, Landschaften, Ökosysteme, Tiere, so eine Vielfalt, und alles ist interessant.
Ich mag es harsch und wild, liebe es stürmisch, regnerisch und schneereich. Ich genieße es, die Elemente zu spüren und zu wissen, dass wir die Natur trotz aller Bemühungen nicht unterworfen haben, nicht alles im Griff haben.
Aber ich genieße es auch ruhig, mild und friedlich, im Wald oder im Garten. Ich habe viele Lieblingsplätze in der Natur.
Überall ist so viel Schönheit, im Großen wie im Kleinen. Ein Sonnenaufgang. Die Wolken, immer wieder anders. Ein großer Laubbaum, der Schatten spendet. Die bunte Vielfalt der Sommerblumen, eine Blaumeise am Vogelbad, der Gesang der Amsel vom höchsten Zweig des Ahorns. Kleine Spatzen, die sich im Fliegen üben. Schmetterlinge, Bienen, Wanzen - und ganz besonders Hummeln. Die wilde Schönheit des Meeres, ein liebevoll angelegter Park. Eine einzelne Sonnenblume an der Ecke des Nachbargrundstücks. Störche und Schwalben. Ein Reiher auf dem Dach.
Im Juli gab es für mich besonders viel zu entdecken, zu bestaunen. Eigentlich Gegensätzliches fand in diesem Monat zusammen. Was war die große Klammer? Natur. Was sonst?
Ich bin abgetaucht - nicht nur ins Thema Flüsse und zu den Bibern. Während der Sommer so richtig Sommer war, auch hier in Schleswig-Holstein, waren wir mit Freunden im Liether Wald und dem wunderschön angelegten Rosengarten in Elmshorn unterwegs. Die Collage oben zeigt ein paar Impressionen. Schön war's, entspannt, und ich war begeistert von dem, was dort summte und brummte. Ganz ehrlich, ich habe noch nie so viele Hummeln auf einmal gesehen! Gestaltete Natur kann nicht nur künstlich wirken oder einfach schön sein, sondern auch hilfreich.
Gelesen habe ich aber vor allem von der wilden Natur, auch von Rewilding. Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt.
Tolle Bücher haben mich diesen Monat begleitet:
Sven Herzogs "Die Sache mit dem Wald. Neue Perspektiven und Konzepte für unser Ökosystem" hat mich wieder in den Wald geführt, wie so oft in den vergangenen Monaten, und ich habe wieder so viel dazugelernt.
Das Kinderbuch "Wir gegen die Wildnis" von Anne Nesbet war ein großartiges Abenteuerbuch! Es hat mir viel Spaß gemacht, war spannend, mit toller Atmosphäre, realistisch und mit Charakteren, die ich sehr gern begleitet habe. Für Kinder ab 10 Jahren wäre das im Moment eine meiner Lieblingsempfehlungen! (Nur den deutschen Titel fand ich sehr unpassend und unnötig reißerisch. Es ist eben nicht "gegen die Wildnis", sondern schlicht "in der Wildnis". Im englischen Original heißt das Buch denn auch "The Long Way Around".)
Um Wildtiere und ihre Rückkehr bzw. Wiederansiedelung in Mitteleuropa ging es in Armin Hafners "Abenteuer Luchs. Auf der Fährte der europäischen Raubkatze" und in "Das wilde Herz Europas. Die Rückkehr von Luchs, Wolf und Bär" von Marc Graf und Christine Sonvilla. Beides großartige Bücher und Bildbände! Gerade der Luchs hat es mir im Moment angetan.
Mehr Wildnis wagen, ach ja, da ginge noch was, auch hier in Europa, Deutschland, Schleswig-Holstein.
